wahrheiten

... sind nicht nur keine Luegen, sondern vielmehr Jenes, was ich als das Wahrhaftige sehe, das Offensichtliche und Unvermeidbare. Alles wird sich daraus definieren und offenbaren! Versuchen wir sie nicht zu verstecken, leben wir sie!

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Standort: Saalfeld, Thüringen, Germany

Ich bin Soldat, Offizier, Staatsbürger Deutschlands, Kamerad, Freund, Bruder, Sohn, Mensch.

18.11.05

Vom Selbstverständnis

Ich bin ein fröhlicher Mensch! Egal ob ich unausgeschlafen oder ausgeschlafen, betrunken oder nüchtern bin, geehrt oder gereizt werde. Aber es gibt Momente, in denen kommt es mir so vor, als wenn ich damit überfordert bin. Es kommen Vorwürfe auf einen zu, bei welchen man genau weiß, dass sie nicht, oder nur teilweise wahr sind. Sie entstehen hinter meinem Rücken, manifestieren sich in Köpfen und scheinen unwiderrufbar zu sein. Ich frage mich warum und woher!
Es scheint, als entstünden diese Vorwürfe aus der eigenen Lust heraus, anderen etwas anzuhängen, was man selbst nicht besser kann. Und es deshalb nicht besser kann, weil man nicht wirklich Lust hat, es zu verbessern. Es geht um Dinge, die uns mal mehr, mal weniger als unscheinbar, wie ich aber finde als selbstverständlich anzusehen sind.
Sicher ist es immer subjektiv, wer was für das Richtige hält, doch sind gewisse Werte in unserer Gesellschaft einfach grundsätzlich und unumgänglich. Zu diesen Grundsätzen gehören für mich, und das sage ich nicht (nur) aus der Überzeugung als Soldat, Treue, Ehrlichkeit, Haltung, Respekt, Toleranz, …
Freilich ist es schwer das eigene Gemüt davon zu überzeugen, die Gedanken welche man hat als nicht ganz richtig einzustufen und diese bezüglich dem „allgemeinen Verständnis“ zu ändern. Dabei bin ich mir jedoch noch nicht im Klaren ob es dem Menschen daran mangelt die eigenen Fehler zu sehen, oder der Wille sie zum Besseren zu wenden.
Aber was ist es, das uns Menschen dazu gebracht hat, im Allgemeinen zu glauben „das Richtige“ bezüglich einer Sache gefunden zu haben. Verstand hat wenig mit wissenschaftlichen Grundsätzen zu tun, vielmehr doch mit zwischenmenschlichen Beziehungen! Nun, ich denke, genau das ist auch der Grund. Der Mensch in seiner Geschichte hat festgestellt, dass es unter gewissen Lebensumständen den meisten gut geht und interpretiert dies als ein Gutes und schafft sich aufgrund dessen Regeln. Diese werden im Laufe der Zeit zu Gesetzen. Doch nicht alle. Einige dieser Regeln sind an sich derartig komplex, dass es nicht möglich ist sie gesetzlich zu manifestieren! Dinge, die wir alle als selbstverständlich ansehen. Sicher variieren diese von Kulturraum zu Kulturraum, doch sind die meisten eher überall vorhanden.
Man soll mir einen Menschen zeigen, der es persönlich als ein Gutes ansieht, von einem seiner Mitmenschen belogen zu werden, verspottet oder bloßgestellt zu werden. Nun gut, hiermit zeige ich mit Sicherheit Härtefälle auf, aber dennoch gibt es andere Bereiche des Selbstverständnisses, welche nicht direkt einen unmittelbaren Mitmenschen betreffen, vielmehr aber die Allgemeinheit!
Ist es selbstverständlich sich im Vorfeld einer Bundestagswahl darüber zu informieren, was die Partei, welche man wählen möchte, sich auf ihre Fahnen geschrieben hat in der nächsten Legislaturperiode zu verändern?! Immerhin hat in Deutschland nicht nur jeder das Recht zur Wahl, sondern wie ich finde die Pflicht, nicht nur zu wählen, auch sich davon in Kenntnis zu setzen, was er mit seiner Stimme vertritt!
Ist es selbstverständlich einem Freund die Wahrheit zu sagen, auch wenn er dadurch verletzt werden würde?!
Ist es selbstverständlich seinem Partner zu sagen man hätte einen Seitensprung gehabt, wenn man weiß die Partnerschaft würde dadurch enden?!
Ist es selbstverständlich morgens auf Arbeit zu gehen, damit seinen Lebensunterhalt zu sichern, Jahre später in Rente zu gehen und dann doch zu sterben?!

Was Selbstverständnis ist - wo es anfangt - wo es aufhört, ist subjektiv nicht eine Frage von Verstand, sondern vielmehr eine Frage der Erziehung, des Umgangs miteinander, der Lebensumstände, der eigenen Vergangenheit …
Doch berufen wir uns nicht immer auf das wo wir herkommen, sind wir das was wir sein können! Nur müssen wir den Willen haben uns zu verändern. Viele werden dies als Anpassung sehen. Ich nicht! Denn niemals – niemals - wird irgendjemand sein eigenes ich verlieren und zu etwas werden, dass es uns unmöglich macht uns nicht mehr unterscheiden zu können! Werte und Normen einzuhalten heißt nicht sich selbst aufgeben zu müssen! Vielmehr bedeutet es Dinge zu verändern, die uns – dem Gemeinwohl – dazu verhelfen ein besseres Leben miteinander zu führen,

Jeder von uns ist Teil dieser Welt!

1 Comments:

Blogger Sábio Grande said...

Autsch, da hast du aber ein feines Thema angerissen :)

Im Groben kann ich mit deiner Meinung mitgehen - im Ganzen kann ich ihren Kern empfinden. Andererseits ist vieles in meinen Augen schöne Theorie. Eine Theorie, die wunderbar wäre, doch ist unser System allzu menschlich und damit wird es schwer, umzusetzen wovon wir träumen. Wenn ich den Menschen kritisiere, so liegt das nicht daran, dass ich permanent unter ihm leide, sondern eher an den Dingen, die ich Tag für Tag von ihm sehe - was ich über ihn lernen darf.

In der Bibel steht geschrieben, "Tue niemanden, was du nicht willst, dass dir getan!" Das bringt es auf den Punkt, aber der Mensch lebt dies nicht. Der Mensch liebt sein eigenes Leben mehr als das seiner Mitmenschen. ("Liebe dich selbst, liebe deinen Nächsten, liebe Gott!") Manche Menschen sprechen von Karma, und dass das was du im Leben tust, irgendwann auf dich zurückfällt. Wie wunderbar - ich glaub daran, um mein Handeln zu kontrollieren.

*schmunzel* Gerade musste ich an den Sinn von Religion und Glauben denken. Wie ich gerade schrieb, lege ich mir einige Theorien auf, die mein Handeln positiv beeinflussen sollen - das geschah natürlich nicht von heut auf morgen. In diesem Kontext machen Religionen Sinn - zwinge den Menschen auf den rechten Pfad, lenke ihn zum guten Handeln indem du ihm Angst machst.

Frage die Menschen, was ihnen am wichtigsten ist - Erfolg, Stellung, Ehrlichkeit, Treue, etc.. Sie sollen wahrhaftig antworten, was sie nicht tun werden, aber ich bin der Meinung, das Ehrlichkeit nicht Erstgenanntes sein würde.

17:46  

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