wahrheiten

... sind nicht nur keine Luegen, sondern vielmehr Jenes, was ich als das Wahrhaftige sehe, das Offensichtliche und Unvermeidbare. Alles wird sich daraus definieren und offenbaren! Versuchen wir sie nicht zu verstecken, leben wir sie!

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Standort: Saalfeld, Thüringen, Germany

Ich bin Soldat, Offizier, Staatsbürger Deutschlands, Kamerad, Freund, Bruder, Sohn, Mensch.

21.11.05

Vom Geben und Nehmen

Wie alle meiner Texte und Gedanken kann ich mich leider immer nur den unsrigen Kultur-/ Lebensraum beziehen, da ich bisher noch nicht die Möglichkeit hatte Menschen anderer Kulturen kennen zu lernen. Ich bitte dies also beim Lesen all meiner Texte zu berücksichtigen. Speziell bei diesem wird sich wohl ein gewisser Konflikt diesbezüglich aufbauen! Seit jeher ist uns Menschen quasi in die Wiege gelegt worden, nicht von Geburt an selbstständig zu sein. Seit jeher sind wir auf die Hilfe und Fürsorge fürs Erste unserer Mutter, im Weiteren unserer Mitmenschen angewiesen. Der Mensch entwickelte ein Zusammengehörigkeitsgefühl und fand sich in Gruppen zusammen, in denen jeder Einzelne seiner Aufgabe nachkam. Wurde einer dieser Mitmenschen der Gruppe entrissen musste Abhilfe geschaffen werden, was jedoch vorerst Probleme aufwarf… In der weiteren Entwicklung des Menschen wurden diese Gruppen größer und schufen sich Regeln, welche auf Erfahrungen vorangegangener Generationen aufbauten. Auch entwickelten sich gewisse Rituale, Normen und Werte die das Zusammenleben erleichterten… Heute leben wir in einer Gesellschaft, einer riesigen Gruppe, in der die Regeln, Werte, Normen und Gesetze derartig umfangreich und komplex sind, dass keiner mehr alle fassen und verstehen kann. Dennoch gibt es einige, die uns immer noch stark an das zurückerinnern lassen, wo wir angefangen haben! Kein Mensch wird ohne die Fürsorge und Liebe seiner Eltern zu jemandem heranwachsen, der sich in dieser Gesellschaft zurechtfindet. Ohne die Mitschüler und Lehrer in der Schule, oder auch schon vorher, wird er keine Integrität in der Gesellschaft finden. Er müsste allein stehen, was, wie ich finde, heutzutage nicht mehr möglich ist. Sicher werden sich einige jetzt sagen, dass es den einen oder anderen in der Schule gab, der eher weniger eingebunden wurde. Doch sage ich, dass dies nicht der Knackpunkt ist! Er lernt trotzdem! Denn er hat Augen, Ohren, Erziehung, … - ausgegrenzt zu sein heißt nicht kein Teil der Gesellschaft zu sein! Worauf ich aber hinaus will, ist Folgendes… Jeder, in unseren Gefilden lebender Mensch bekommt durch seine Mitmenschen etwas gegeben. Wir nehmen es uns an oder auch nicht. Wir lernen daraus und ergründen den Sinn, mal bewusst, mal weniger bewusst. Manche Menschen tun sich aus dieser Masse der Nehmenden und Gebenden hervor. Wir alle sind Teil beider Seiten, doch gibt es Einzelne, die das innere Gleichgewicht einseitig verändern. Manche geben, manche nehmen mehr. Es gibt viele Gründe warum ein Mensch dies tun würde: ist er sehr Ich-bezogen, wird er mehr nehmen, um sich auf Kosten anderer zu etwas Höheren aufzuwerten. Ist er eher jemand, dem sein Umfeld mehr bedeutet, so wird er versuchen seinen ihm Umgebenden etwas zu geben, um vielleicht letztendlich dadurch selbst zu profitieren. … Ein Grund, warum ein Mensch mehr geben als nehmen möchte, kann aber auch folgender sein: Im Laufe seines Lebens hat der Mensch Werte und Normen kennen gelernt, Menschen lieben und schätzen gelernt, eine Gesellschaft aufsteigen und absinken sehen, ist enttäuscht und erfreut worden, hat Entscheidungen getroffen und Chancen verpasst sie zu treffen… Dieser Mensch, ein Kind dieser Gesellschaft, wurde zu dem herangezogen wie das Umfeld ihn geformt hat. Er selbst sieht diese Gesellschaft aus einer Perspektive, welche ihm vermittelt selbst Impulse in einer Art und Weise zu setzen, die es allen, nicht nur die ihn Umgebenden, möglich macht besser zu stehen. Er riskiert es sich selbst aufzugeben, in dem Wissen, dass es ohne sich selbst treu zu bleiben keinen Weg dahin geben würde! Er versucht einen Weg zu gehen, den wenige vor Ihm schon gegangen sind – Aber er weiß um die Geschichte und wird versuchen aus dem Gelernten zu schöpfen. Er weiß um seine Intelligenz und seine Gabe Menschen auf seinen Pfad zu führen. Nur weiß er nicht genau, ob seine Gedanken die wahrlich richtigen sind, das zu erschaffen wovon die Menschheit träumt, ist er doch beschränkt in der Kenntnis um sie… Diesen Zweifel jedoch, so weiß er, wird er niemals ganz ausräumen können, ist doch jeder Mensch ein anderer!

18.11.05

Vom Selbstverständnis

Ich bin ein fröhlicher Mensch! Egal ob ich unausgeschlafen oder ausgeschlafen, betrunken oder nüchtern bin, geehrt oder gereizt werde. Aber es gibt Momente, in denen kommt es mir so vor, als wenn ich damit überfordert bin. Es kommen Vorwürfe auf einen zu, bei welchen man genau weiß, dass sie nicht, oder nur teilweise wahr sind. Sie entstehen hinter meinem Rücken, manifestieren sich in Köpfen und scheinen unwiderrufbar zu sein. Ich frage mich warum und woher!
Es scheint, als entstünden diese Vorwürfe aus der eigenen Lust heraus, anderen etwas anzuhängen, was man selbst nicht besser kann. Und es deshalb nicht besser kann, weil man nicht wirklich Lust hat, es zu verbessern. Es geht um Dinge, die uns mal mehr, mal weniger als unscheinbar, wie ich aber finde als selbstverständlich anzusehen sind.
Sicher ist es immer subjektiv, wer was für das Richtige hält, doch sind gewisse Werte in unserer Gesellschaft einfach grundsätzlich und unumgänglich. Zu diesen Grundsätzen gehören für mich, und das sage ich nicht (nur) aus der Überzeugung als Soldat, Treue, Ehrlichkeit, Haltung, Respekt, Toleranz, …
Freilich ist es schwer das eigene Gemüt davon zu überzeugen, die Gedanken welche man hat als nicht ganz richtig einzustufen und diese bezüglich dem „allgemeinen Verständnis“ zu ändern. Dabei bin ich mir jedoch noch nicht im Klaren ob es dem Menschen daran mangelt die eigenen Fehler zu sehen, oder der Wille sie zum Besseren zu wenden.
Aber was ist es, das uns Menschen dazu gebracht hat, im Allgemeinen zu glauben „das Richtige“ bezüglich einer Sache gefunden zu haben. Verstand hat wenig mit wissenschaftlichen Grundsätzen zu tun, vielmehr doch mit zwischenmenschlichen Beziehungen! Nun, ich denke, genau das ist auch der Grund. Der Mensch in seiner Geschichte hat festgestellt, dass es unter gewissen Lebensumständen den meisten gut geht und interpretiert dies als ein Gutes und schafft sich aufgrund dessen Regeln. Diese werden im Laufe der Zeit zu Gesetzen. Doch nicht alle. Einige dieser Regeln sind an sich derartig komplex, dass es nicht möglich ist sie gesetzlich zu manifestieren! Dinge, die wir alle als selbstverständlich ansehen. Sicher variieren diese von Kulturraum zu Kulturraum, doch sind die meisten eher überall vorhanden.
Man soll mir einen Menschen zeigen, der es persönlich als ein Gutes ansieht, von einem seiner Mitmenschen belogen zu werden, verspottet oder bloßgestellt zu werden. Nun gut, hiermit zeige ich mit Sicherheit Härtefälle auf, aber dennoch gibt es andere Bereiche des Selbstverständnisses, welche nicht direkt einen unmittelbaren Mitmenschen betreffen, vielmehr aber die Allgemeinheit!
Ist es selbstverständlich sich im Vorfeld einer Bundestagswahl darüber zu informieren, was die Partei, welche man wählen möchte, sich auf ihre Fahnen geschrieben hat in der nächsten Legislaturperiode zu verändern?! Immerhin hat in Deutschland nicht nur jeder das Recht zur Wahl, sondern wie ich finde die Pflicht, nicht nur zu wählen, auch sich davon in Kenntnis zu setzen, was er mit seiner Stimme vertritt!
Ist es selbstverständlich einem Freund die Wahrheit zu sagen, auch wenn er dadurch verletzt werden würde?!
Ist es selbstverständlich seinem Partner zu sagen man hätte einen Seitensprung gehabt, wenn man weiß die Partnerschaft würde dadurch enden?!
Ist es selbstverständlich morgens auf Arbeit zu gehen, damit seinen Lebensunterhalt zu sichern, Jahre später in Rente zu gehen und dann doch zu sterben?!

Was Selbstverständnis ist - wo es anfangt - wo es aufhört, ist subjektiv nicht eine Frage von Verstand, sondern vielmehr eine Frage der Erziehung, des Umgangs miteinander, der Lebensumstände, der eigenen Vergangenheit …
Doch berufen wir uns nicht immer auf das wo wir herkommen, sind wir das was wir sein können! Nur müssen wir den Willen haben uns zu verändern. Viele werden dies als Anpassung sehen. Ich nicht! Denn niemals – niemals - wird irgendjemand sein eigenes ich verlieren und zu etwas werden, dass es uns unmöglich macht uns nicht mehr unterscheiden zu können! Werte und Normen einzuhalten heißt nicht sich selbst aufgeben zu müssen! Vielmehr bedeutet es Dinge zu verändern, die uns – dem Gemeinwohl – dazu verhelfen ein besseres Leben miteinander zu führen,

Jeder von uns ist Teil dieser Welt!